
- Image by rizkapb via Flickr
Zum Frühstück ein paar Flakes, Pops oder ein Knuspermüsli und schon hat man die erste gesunde Mahlzeit des Tages eingenommen und ein gutes Gewissen?
Nein, leider nicht. Zwar sind Cerealien an sich sehr gesund, denn sie liefern wichtige sattmachende Ballaststoffe. Doch die meisten fertigen Frühstücksmischungen zählen leider nicht dazu. Der Grund: In ihnen steckt viel zu viel Zucker.
Die Stiftung Warentest hat 30 Frühstückscerealien in ihrem Test getestet und ist zu keinem guten Ergebnis gekommen. Beliebt bei groß und klein (denn nicht nur Kinder lieben die Frühstücksknabbereien) sind sie fast alle zu süß. Sie enthalten meist mehr als 25 Prozent Zucker, manchmal sogar bis zu 50 Prozent. Hinzu kommt: Die Frühstückscerealien werden als gesunde Getreidekost beworben. Getreide macht aber oft nur etwas mehr als die Hälfte der Zutaten aus. Dann ist es auch meist kein Vollkorn. Ballaststoffe, die lange satt machen und die Verdauung in Gang halten, fanden die Tester also nur selten.
Scheinbar werden wir geblendet von „gesunden“ Müslis aus dem Lebensmittelladen. Dabei ist es ein leichtes, Müsli selber herzustellen, gänzlich ohne Zusätze wie Zucker, Honig, Salz und selbstverständlich ohne Nahrungsergänzungen wie Aromastoffe und Farbstoffe.
Neulich in einem belgischen Lebensmittelladen in diesem Sommer durfte ich etwas trauriges beobachten. Ich wollte lediglich eine Packung geflockten Hafer bekommen und begab mich in die Reihe der Backzutaten in der Annahme, ich würde neben Mehl, Zucker und Co. Haferflocken in handlichen 1KG Packungen vorfinden. Doch ich irrte mich. Nun bin ich froh, dass ich einigermassen Deutsch beherrsche, mein Französisch ist etwas desaströs. Ich fragte einen jungen Mitarbeiter des Ladens, ob er englisch oder deutsch spräche. Ja „un petit peu“. „Oats“ (englisch: sprich Hafer) verstand er nicht. Auch nicht als ich ihm ein Bild von einer Haferflocke zeigte, das ich auf einer Müslipackung fand. Er fragte wohl zwei weitere Mitarbeiter, sogar danach, was dieses Bild darstelle. Sie wussten es alle nicht. (Diese Unterhaltung unter den jungen Männer fand auf französisch statt, eine Sprache die ich wohl verstehe, aber seit 20 Jahren nicht mehr gesprochen habe.)
Wie kann es kommen, dass 16-20 Jährigen nicht wissen, was Hafer ist? Sie kennen es nicht anders.
Meine Empfehlung: Mache lieber selbst ein gesundes Frühstück für deine Familie aus ungesüßten Haferflocken (vorzugsweise kernige Flocken), Obst, fettarmer Milch* und eventuell noch fettarmem Naturjoghurt* an. Da habt Ihr jede Menge Ballaststoffe und Vitamine und seit lange satt, ohne quälende Heißhungerattacken am Vormittag. Und bei ca. 0,35€/Kilo für Haferflocken kannst Du sicher eine leckere Frühstück für unter 5 EURO verzaubern.
* Ich verzichte auf Milch und Jogurt und quelle meinen Hafer mit heißem Wasser an. Auch achte ich darauf, dass ich wirklich nur 30 Gramm Hafer habe, dazu gemahlenen Zimt, Hafer- oder Weizenkleie, Leinsamen, Obst und 2 oder 3 Nüsse.
Quelle: Stiftung Warentest Okt. 2008
Links und rechts:
Sein individuelles Müsli selber mischen kann man bei mymüsli.de.
Die Seite erscheint in neuem übersichtlicheren Design, allerdings wirkt es nun sehr durchgestylt und hat so ein bißchen den Geruch des Exsitenzgründers verloren. Das Müsli ist teurer als im Laden, aber dafür auch zuckerfrei und nachhaltig und nach den eigenen Vorlieben gemischt.
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Neues Bonbon: Ab 40 EUR Bestellwert ist die ganze Müslimischung versandkostenfrei.

