Taschengeld: sollen Eltern die Ausgaben kontrollieren?

Was tun, wenn das Kind von seinem Taschengeld den größten Plastikmist der Welt kaufen will, total überteuert, morgen sicherlich bereits kaputt und uninteressant.
Heute jedoch hängt das ganze Herzblut an diesem Plastikteil.
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Eingreifen, aufklären, verbieten oder einfach laufen lassen?

15 Gedanken zu „Taschengeld: sollen Eltern die Ausgaben kontrollieren?

    1. Hiermit erkläre ich den Satz zu meinem Lieblingssatz „Solange meine Kinder entscheiden, wann ich aufstehen muss, entscheide ich, wann sie ins Bett gehen!“ *grins* *grins*

  1. Zu den „wants and needs“: Meine Eltern haben für uns all das bezahlt, was wir brauchten: z.B. Nahrungsmittel und Kleidung. Sie haben bei Kleidung aber nicht 50 € mehr bezahlt, dass irgendein Markenname draufsteht. Da bekamen wir regelmäßig zu hören „Das kannste von Deinem Taschengeld kaufen.“ Und plötzlich war die Marke gar nicht mehr so wichtig.

  2. „Diesen Satz könnte man dann auch anders umdrehen: solange ich mit meinem Körper machen kann, was ich will, können die Kinder mit ihren Körpern machen, was sie wollen…“

    Ja, ich finde den Satz kann man auch umdrehen. Natürlich muss man immer im Auge behalten, inwiefern die Kinder in der Lage sind, die Konsequenzen ihrer Handlungen zu erfassen. Und wenn sie dazu nicht in der Lage sind und die Konsequenzen gravierend wären, dann greife ich ein. Zu Deinem Beispiel mit dem älteren Mann/älterer Frau:
    Bringt ein 18jähriges Kind einen 35jährigen Partner, würde es mir vermutlich missfallen, aber der/die 18jährige sollte abschätzen können, auf was er sich einlässt. (Wenn in der Beziehung ein Ungleichgewicht herrschen würde, wäre es Zeit für ein Gespräch, aber für extreme Abhängigkeiten in Beziehungen muss nicht einer älter als der andere sein.) Wenn nun ein 13jähriges Kind einen 30jährigen Partner brächte, sähe ich schon Handlungsbedarf, weil man mit 13 (auch wenn man glaubt alles zu wissen) eben nicht weiß, auf was man sich einlässt, bzw. sich selbst ein Stück Jugend klaut.
    Beim Thema Geld ausgeben gibt es bestimmt auch Situationen, wo man einschreiten sollte. Z.B. wenn ein Kind sein gesamtes Erspartes opfern möchte für etwas, wo es offensichtlich über den Tisch gezogen wird. Bei Plastikmist für unter 10 Euro, kann man schon eigene Erfahrungen sammeln lassen.

    „solange ich zu Bett gehen kann, wenn ich will, können die Kinder zu Bett gehen, wenn sie wollen…“
    Haha, das ist gut. Den Satz drehe ich wieder um: solange meine Kinder entscheiden, wann ich aufstehen muss, entscheide ich, wann sie ins Bett gehen 😉

  3. Ja, Grenzen sind in der Tat ein interessantes Thema… (und berühren ist nicht immer gleich berühren… ich wollte aber nicht zu graphisch werden) — also auch wenn eine ältere Frau auf *diese* Art und Weise käme, würde ich schon irgendwie einschreiten.

    Der Punkt ist dies: wir leben mit Grenzen, müssen auch mit welchen und wir können zugeben, dass manche wirklich aus Bequemlichkeit da sind (zieh doch die Jacke an, sonst erkältest Du dich… und ich muss dann mein Tagesablauf deswegen ändern…) und dürfen in der Tat hinterfragt werden. Andere sind wiederum notwendig, um in unsere Welt zurecht zukommen (Renne nicht einfach so über die Strasse… erst Links-Rechts-Links gucken…).

    Ich schätze auch vieles wird daran gemessen und gewertet, wie man „Geld“ überhaupt sieht, wozu es da ist und welche Werte man wie vermitteln will.

    Im Englischen spricht man von wants vs. needs (haben wollen gegenüber nötig haben)… und ich suche immer wieder solche Grenzen aufzuzeigen, unsere Werte weiter zu geben.

    Dabei darf man wissen, dass obwohl wir mit Grenzen erziehen, glauben wir auch fest, dass Kinder ihren eigenen Weg finden müssen. Sie dürfen durchaus entscheiden, über die Grenzen hinwegzugehen, dürfen dann auch lernen, die Konsequenzen (postive und/oder negative) erleben und auch grundsätzlich andere Wege einschlagen, wie wir alles ihnen vorleben.

    Uns ist auch wichtig, dass Kinder wissen WIESO sie sich für oder gegen etwas entscheiden (auch wenn es gegen unsere Überzeugungen sind), darum haben wir a) keine Angst, sie mit unseren Grenzen zu „konfrontieren“ oder „liebevoll zu erziehen“ (mir ist klar, dass nicht jeder es so sieht, wie wir) und b) dass sie eines Tages unsere Werte/Grenzen abstreifen werden, um ihre eigene Lebensregeln zu folgen. Wir sind davon überzeugt, dass sie dann fest hinter ihre eigene Ansichten stehen werden.

    Kann durchaus sein, dass auch andere Umgänge mit Grenzen, als wie wir sie führen, zur gleichen Zeil führen, nämlich sich als ausgeglichene, gesellschaftsfähige und selbstständige Persönlichkeiten zu entfalten.

    Aber Ja.

    Ich erziehe auch im Sachen der Finanzen mit Absicht, Grenzen und innerhalb den Grenzen durchaus großzügige Freiheiten.

    Zur Frage ob Ja oder Nein und wie wir das machen hatte ich bereits einen Beitrag hier gebracht: Taschengeld Ja oder Nein
    und auch über allgemein die Kinder und ihre Extraaktivitäten (welche oft größere und z.T. versteckte finanzielle Belastungen mit sich bringen): Kinder: Kosten, von denen keiner spricht.

    Ich finde das Thema sehr spannend!

  4. Grenzen ist ein interssantes Thema. Warum sagst du nein, wenn das Kind sich berühren lassen WILL? Sagst du auch nein, wenn es statt eines älteren Mannes eine ältere Frau ist?

    Abgesehen von dem sehr brisantem o.g. Thema finde ich, daß wir in erster Linie für unsere eigenen Grenzen zuständig sind. Ich glaube, viele Trotzanfälle kleinerer Kinder lassen sich ersparen, wenn man ihre Bedürfnisse besser wahrnimmt und respektiert (zB eben keine Jacke anziehen, auch wenn es uns kalt erscheint)

  5. „Solange ich mit meinem Geld machen kann was ich will, können die Kinder mit ihrem Geld auch machen was sie wollen.“

    Hm.

    Diesen Satz könnte man dann auch anders umdrehen: solange ich mit meinem Körper machen kann, was ich will, können die Kinder mit ihren Körpern machen, was sie wollen… solange ich zu Bett gehen kann, wenn ich will, können die Kinder zu Bett gehen, wenn sie wollen…

    Sicher, wenn mein Kind sich nicht so wetterfest anziehen will, dann kann ich Hinweise geben, zwingen oder einfach eine Jacke mit einpacken. (So macht es doch mit seinem Körper, was es will.) Aber wenn es sich von einem älteren Mann stre*cheln lassen will, dann sage ich nein.

    Also, gibt es dann keine Grenze, „solange ich mit meinem Geld machen kann“? Mit keinen Grenzen kann ich mich nicht anfreunden. Aber ich gebe zu, ich könnte vielleicht manche Sachen etwas lockerer nehmen…

    Gibt es denn keine Erziehung in Punkto Finanzen? Wie sieht das aus? Welche Werte werden wann und wieso vermittelt?

  6. Kommentare kann man ja ruhig abgeben, aber verbieten halte ich für falsch. Man darf nicht davon ausgehen, dass das Empfinden was nötig und was unnötig ist, bei allen Menschen gleich ist. Und seine Kinder darf man davon nicht ausnehmen. Wenn man sich zu sehr einmischt, muss man damit rechnen, dass einem die Kinder dann irgendwann vorrechnen, dass man statt Biogemüse auch Discountergemüse kaufen könnte und auf den Monat betrachtet einige Fingerboards davon bezahlt wären. Oder sie erzählen einem, dass die teure Kaffeemaschine vielleicht guten Kaffee macht, aber die billige Maschine auch ein koffeinhaltiges Getränk produziert. Mutters Koffeinspiegel kann also auch billiger aufgefüllt werden und für nicht Kaffee trinkende Kinder ist die teurere Kaffeemaschine demzufolge auch unnötig.
    Also: solange ich mit meinem Geld machen kann was ich will, können die Kinder mit ihrem Geld auch machen was sie wollen.

  7. Ich kann es auch nicht kommentarlos kaufen lassen. Aber vielleicht liegt es am Alter. So im Alter von 5-7 war dieser Kaufrausch bei meiner Tochter ganz extrem. Eine Freundin berichtet ähnliches.

  8. Ja aber sie bekommen doch Taschengeld, oder? Und in dem Moment, wo du das abgibst, übergibst du ihnen doch auch die Verantwortung für das Geld, oder? Das ist genau wie mit Geschenken. In dem Moment, wo man ein Geschenk verschenkt gehört es dem neuen Besitzer und er kann damit machen was er will. Egal wie wert du das schätzt. Deshalb muss man auch Tante Emmas olle Vase nicht aufstellen oder behalten, sondern kann die getroster weiterreichen, wenn man die nicht mag. Loslassen. Eine lebenslange Übung.

    1. @Ramona: rational ist das alles klar, aber wenn ich dann das Plastikfingerboard für 6,99 EUR sehe, dann kann ich das nicht kommentarlos kaufen lassen. Nein, Taschengeld gibt es bei den jüngeren Geschwistern noch keines, das sind zusammengesparte Reste von Omas Urlaubsgeld oder vomEinkaufenGehenRückgeld oder so. Aber es ist das Geld der Kinder und damit bin ich raus.

  9. Gewähren lassen. Meine Tochter hatte auch so eine Phase. irgendwann hat’s Klick gemacht. Jetzt überlegt sie sich sehr genau, wofür sie ihr Geld ausgibt.
    Vielleicht ist es auch hilfreich, zu schauen, welche Bedürfnisse dahinter stecken (Eigenständigkeit, Spaß, Neugier etc). Vielleicht kann man die auch anders erfüllen als im Kaufrausch.

    1. Ihr könnt Euch vorstellen, wie schwer das der Finanzmanagerin fällt 🙂 Ich habe die Kinder unter Aufsicht auf die Herdplatte fassen lassen, in die Kerze greifen lassen, von viel zu hohen Bäumen springen lassen, aber bei sinnlosen Ausgaben fällt mir das Zugucken und Absichern schwer …..

  10. Aufklären und laufen lassen würde ich. Die Erfahrung, dass man sein mühsam zusammengespartes Geld für etwas ausgegeben hat, was es im Nachhinein nicht wert war, ist sicher lehrreich. Dass ich mein Taschengeld früher ausgeben durfte für was ich wollte (und wenn’s alle war, war’s alle. Vor- oder Zuschüsse gab’s nicht!), hat dazu geführt, dass ich mich jetzt immer sehr genau überlege, was ich wirklich brauche und auch sehr viel Preise vergleiche und Bewertungen lese.

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